Rechtsanwaltsvergütung

& Gerichtsgebühren

Rechtsanwälte haben jahrelang studiert, um ihren Beruf professionell ausüben zu können und mussten dafür zwei Staatsexamen bestehen. Sie erbringen Dienstleistungen. Rechtlich schließt der Mandant mit dem Rechtsanwalt einen Dienstvertrag, der eine Geschäftsbesorgung zum Inhalt hat (§§ 611,675 BGB). Das ist eine hochwertige, oftmals sehr umfangreiche Arbeit, die wie jedes andere Produkt auch bezahlt werden muss.


Allerdings sind dies keine unbezahlbaren Summen. Die Gebühren, die ein Rechtsanwalt verlangen kann, sind in Deutschland durch Gesetz geregelt. Es handelt sich um das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Hinzu kommen noch Gerichtsgebühren nach dem Gerichtskostengesetz (GKG), wenn ein Rechtsstreit vor Gericht entschieden werden muss. In der Regel berechnen die Gerichte einen Streitwert bzw. einen Gegenstandswert. Dieser Wert besagt – einfach ausgedrückt – welchen Geldwert die juristische Arbeit hat, die Gegenstand des Falles ist. Der Gegenstandswert ist aber noch nicht der Betrag den die Mandanten an den Rechtsanwalt und die Gerichte bezahlen müssen, sondern nur die Zahl die genutzt wird, um die einzelnen Gebühren zu berechnen.


Rechtsschutzversicherung

Verfügt ein Mandant über eine Rechtsschutzversicherung, dann werden die Gebühren durch diese übernommen, wenn das jeweilige Rechtsgebiet Teil des Versicherungsvertrages ist. Eine Deckungsanfrage, also die Frage, ob die Versicherung die Kosten des Anwalts übernimmt, sollte der Mandant selbst vornehmen. Nur dann kann er sicher seinem Anwalt mitteilen, ob die Kosten auch wirklich übernommen werden. Beauftragt der Mandant seinen Anwalt und lehnt die Versicherung später die Kostenübernahme ab, wäre der Mandant in Pflicht die Anwaltskosten selbst zu tragen. Diese Gefahr besteht nicht, wenn im Vorfeld bereits die Zusage der Versicherung vorliegt und diese eine Schadensnummer vergeben hat.


Beratungshilfeschein

& Prozesskostenhilfe

Hat ein Mandant nur geringe finanzielle Mittel braucht er trotzdem keine Angst vor den Gebühren der Rechtsanwälte zu haben. Am Amtsgericht des Wohnsitzes können finanzschwache Personen einen „Beratungshilfeschein“ beantragen. Wenn der Mandant ihn zum ersten Gespräch mitbringt, erhält der Rechtsanwalt seine Gebühren aus der Staatskasse.


Muss in einem konkreten Fall geklagt werden, so kann der Rechtsanwalt für finanzschwache Personen Prozesskostenhilfe beantragen. Wenn die Gerichte diese bewilligen, werden die Gebühren ebenfalls durch die Staatskasse getragen.


Ich bitte Sie schon im ersten Gespräch die Daten Ihrer Rechtsschutzversicherung oder Ihren Beratungshilfeschein mitzubringen. Sollten Sie beides nicht vorlegen, gehe ich davon aus, dass Sie die anwaltliche Rechnung selbst bezahlen werden.